Argumente gegen das Tragen von Babys, halten sich bis heute. Obwohl dem Tragen zunehmend mehr Bedeutung beigemessen wird, halten sich Gerüchte, das man das Baby zu sehr verwöhnen würde, durch das Tragen. Das es unselbstständig werden würde, oder das man einen Rückenschaden erleide.

Aber Menschenbabys sind Traglinge

Das wurde in den 70er Jahren entgültig von Biologen und Verhaltensforschern festgelegt. Der Verhaltensbiologe Hassenstein prägte den Begriff Tragling maßgeblich. Er machte deutlich, dass das Verhalten des Neugeborenen, dem Tragling zuzuordnen war, denn der Klammer- Moro-Reflex (verhindert ein Herunterfallen das Babys durch schnelles Ausstrecken der Ärmchen), der Palmar-Greif-Reflex (reflexartig „greifen“ Hände und Füße alles was diese berührt), sowie die Anhock – Spreiz-Haltung (nimmt man Neugeborene hoch, spreizen sie die Beinchen und Winkeln diese an – ideal um auf Mamas Hüften zu sitzen.

Es sind keine Nesthocker, wie lange angenommen

Diese bleiben nämlich stundenlang lautlos alleine im Nest zurück. Sie geben keinen Mucks von sich, denn das würde möglicherweise den Tod bedeuten. Nestflüchter z.B. wie Fohlen und Kälber sind gut entwickelte Tiere, welche ihrer Mutter schnell nach der Geburt folgen können. Sie entfernen sich von ihrer Mutter und kommen zum Trinken zurück. Den Sichtkontakt verlieren sie dabei nicht und wenn doch, dann weinen die Tiere nach ihrer Mama.

Das Baby als Tragling

Unsere Menschenbabys sind da noch etwas empfindlicher: Sie weinen nicht nur, wenn ihre Mama aus dem Sichtfeld verschwindet, sie weinen oftmals auch, wenn der Körperkontakt abbricht.

Die genannten Verhaltensweisen und Reflexe zeigten, das Menschenbabys eindeutig der Gruppe der Traglinge zuzuordnen sind.

Schon zu Urzeiten wurden Babys getragen

Das Tragen entstammt der menschlichen Stammesgeschichte. Schon vor Hassensteins Klassifizierung, trugen Mütter ihre Babys.

Tragen ist also normal

Und doch wurde das Tragen, vor über 100 Jahren vom Kinderwagen abgelöst. Glücklicherweise gewinnt das Tragen zunehmend an Popularität. Es gibt inzwischen eine große Auswahl, an Babytragen und Tüchern.

Welche Vorteile hat das Tragen?

▪️Das Baby schreit deutlich weniger und leidet weniger an schmerzhaften Koliken.

▪️Das Baby fühlt sich geborgen, durch die körperliche Nähe, dem Geruch der Mutter und der gewohnten körperlichen Begrenzung.

▪️Das Baby nimmt multisensorisch wahr- über die Bewegungsreize, sowie über Augen, Ohren und Nase. Und das deutlich mehr, als wenn es überwiegend liegen würde.

▪️Das Tragen verbessert den Gleichgewichtssinn, es verbessert die Körperorientierung und dadurch die Raum-Lage-Wahrnehmung.

▪️Die Babys bekommen seltener einen verformten Kopf, den sogenannten Plattkopf.

▪️Das Tragen fördert die Entstehung neuer Synapsen und regen die Vernetzung der Synapsen an.

▪️Getragene Babys können aufrecht besser aufstoßen.

▪️Das Tragen der Babys, wirkt Haltungsschäden entgegen.

Das Baby genießt also das Tragen rund um. Zudem ist das Tragen allgemein, sehr entwicklungsfördernd.

Gibt es Vorteile für die Mama?

▪️Die Mutter nimmt ebenso multisensorisch wahr. Dadurch kann sie schneller eingreifen, sollte es dem Baby einmal nicht gut gehen.

▪️Die tragende Person, meistens die Mutter, hat beide Arme frei und kann sich anderen Dingen, wie z.B. dem Kochen, der Hausarbeit oder anderen Dingen widmen.

▪️Das Tragen bietet Flexibilität, man kann sich z.B. besser um Geschwister kümmern.

▪️Man hat mehr Zeit, weil das Baby im allgemeinen ruhiger ist.

Das Tragen lohnt sich

Es gibt zahlreiche Vorteile, sowohl für das Kind, als auch für die tragende Person. Sogar anderen Mitgliedern des Haushaltes hilft es, durch die freien Arme und Hände der tragenden Person.

Nicht umsonst ist das Tragen soweit verbreitet und gewinnt immer mehr an Popularität.

Probiert es aus!

Ein Gedanke zu “Der Mensch als Tragling

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